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Mit Grenzen, so sollte man meinen, kennen sich die Deutschen aus. Über Jahrhunderte hinweg war das Bild Deutschlands durch viele kleine souveräne Länder geprägt. Bestand „Deutschland“ im 18. Jahrhundert noch aus circa 365 Teilstaaten mit jeweils einer Grenze, so verminderte sich die Zahl bis 1863 auf 35 Einzelstaaten. Erst ab 1871 erfolgte die Nationalstaatsbildung. Nach 1945 wurde Deutschland erneut zu einer zerrissenen Nation, unterschieden sich die gesellschaftspolitischen Vorstellungen der Siegermächte doch so stark voneinander, dass eine gemeinsame Deutschlandpolitik unmöglich war. So entwickelten sich ab 1949 erneut zwei souveräne Staaten auf deutschem Gebiet. Mödlareuth, ein kleines Dorf zwischen dem heutigen Bayern und Thüringen, das knapp eine Autostunde von Klingenthal entfernt liegt, wurde nach 1945 zwischen Amerikanern und Sowjets geteilt. Das Wesen dieser deutschen Teilung zu verstehen, war das Ziel der Exkursion, die am 13.06.19 nach Mödlareuth durchgeführt wurde. Nach einer Einführung in die Geschichte des Dorfes konnten die Schüler die Grenz- und Wehranlagen, die „Mauer“ durch das Dorf und was heute davon übrig ist, besichtigen.
Bewegt von den Informationen und Eindrücken machten wir uns nach 2,5 Stunden wieder auf den Heimweg. Wer glaubt, dass die Grenzen durch das Dorf Geschichte sind, der irrt. Heute wird das 50-Seelen-Dorf noch immer durch den Grenzfluss Tannbach geteilt, wie auch schon im 18. Jahrhundert und ab 1945. Eine Hälfte gehört zu Thüringen, die andere zu Bayern – mit allem was dazu gehört: unterschiedliche Ferienregelungen, verschiedene Bürgermeister, unterschiedliche Landesgesetze. Damit ist der Grenzort Mödlareuth ein lehrreiches Beispiel für die Nachwirkungen einer historischen Prägung.
Begleitet wurden die Schüler von Frau Hahn, Frau Roch und Herrn Petters.

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